Hallo und herzlich willkommen zu unserem ersten VBLog, in dem wir euch einfach in unseren Augen relevante Geschichten erzählen, sowohl über VoiceBreak als auch über ganz andere Sachen. Heute beginnen wir mit Letzterem, Felix berichtet von seiner Erfahrung im Chor von Fluch der Karibik 3 live in der Philharmonie.

Wie vielleicht einige, die mich kennen, wissen, bin ich ein großer Fan von Filmmusik. Und auch wenn mich der gebildete Musik-Experte für diese Aussage verachten wird: Am meisten liebe ich die bombastischen Sounds von Hollywood-Blockbustern. Herr der Ringe, Harry Potter, Star Wars, etc. Ich besitze viele Soundtracks auf CD und höre sie wenn ich unterwegs bin öfter als jede andere Musik. Da sie über diese Leidenschaft bescheid wussten, schenkten mir meine Eltern zum sechzehnten Geburtstag Eintrittskarten für „Der Herr Der Ringe: Die Gefährten“ Live in der Philharmonie. Dieses Konzert fand 2008 statt und war eine der atemberaubendsten Erfahrungen meines Lebens. Für alle die es nicht wissen: In dieser Konzertreihe, die noch viele Nachfolger mit sich ziehen sollte, geht es nicht nur darum, Filmmusik mit live-Orchester aufzuführen, sondern das ganze in Echtzeit parallel zum laufenden Film zu bewerkstelligen. Der Film läuft dabei auf einer riesigen Leinwand. Und das alles in der Philharmonie im Gasteig. Die 3 Herr der Ringe Filme sind meine Lieblingsfilme überhaupt, und ich war natürlich so begeistert, dass ich in den folgenden 2 Jahren auch „Die Zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ miterlebte. Gäbe es doch nur eine Möglichkeit, bei diesem spektakulären Event mitzuwirken…

2011 nahmen sich die Veranstalter etwas gewagtes vor und präsentierten alle 3 Herr der Ringe Filme auf einmal, in einer Konzertwoche, mit mehreren Aufführungen pro Film. Und da ergab sich für mich die goldene Gelegenheit. Da der Universitätschor zwar wie die letzten Jahre auch der Chor für zumindest Teil 1 werden sollte, war es unmöglich, dass der Chor alle (ich glaube) 9 Konzerte sang. Also wurde von der Friedhelm Schnitzler Musik Management GmbH ein weiterer Chor gegründet, zunächst extra für diese Gelegenheit, und es wurde in allen anderen münchner Chören angefragt, wer Teil dieses neuen „München Chors“ sein will. Und als in unserem Schulchor die Anmeldungen verteilt wurden, war ich sofort dabei. „Ahhhh, die Konzerte finden voll zu unsrer Abi-Zeit statt“. Pffft, das war mir egal, es geht hier um einen Lebenstraum! Ich meldete mich sofort für die Rückkehr des Königs als Tenor und schon war wurde ich zur ersten Probe eingeladen. Heute haben wir 2014, 4 Jahre sind seitdem vergangen und ich bin immer noch mit voller Seele dabei. Nach den Konzerten 2011 wurde langsam das Spektrum erweitert und ich sang 2012 bei Fluch der Karibik Teil 1 mit. 2013 wurde der Herr der Ringe neu gestartet und ich hakte mit „Die Gefährten“ schon meinen zweiten Herr der Ringe Teil ab. Bei letzteren Konzerten sangen sogar Stefan, Mikey und Dani mit. Für Fluch der Karibik 2 hatte ich gleichzeitig leider keine Zeit und der Herr der Ringe wurde 2014 leider wieder an den Uni-Chor weitergegeben. Das sollte aber nichts dran ändern, dass ich dieses Jahr meinen Lieblings-Teil der Fluch der Karibik-Reihe vorführen sollte.

„Pirates of the Caribbean: At Worlds End“ ist ein fehlerhafter Film. Ein SEHR fehlerhafter Film. Viele gehen so weit zu sagen, dass er schlecht ist, überladen, zu abgedreht, unwürdig des Originals. Und auch wenn ich den meisten Aussagen theoretisch zustimmen muss, ist es trotzdem einer dieser Filme die ich mir 3 mal am Tag ansehen könnte. Und das liegt nicht nur an Johnny Depp und Geoffrey Rush, sondern zu großen Teilen an Hans Zimmer. Während ich über viele filmische Stärken und Schwächen diskussionsbereit bin, ist es für mich Fakt, dass Pirates 3 den besten Soundtrack der Reihe hat. Man sagt gerne dass Hans Zimmer Musik immer gleich klingt und vor allem seine frühen Werke tun das auch. Aber hier begann er sich ganz langsam aus dem Fenster zu lehnen und zumindest ein bisschen Abwechslung reinzubringen. Ich liebe das Ergebnis. Ich liebe es so sehr, dass ich den 10 Minütigen Track „I Don’t Think Now Is The Best Time“ auswendig kann. Mit Rhythmus- und Tonartwechseln. HJA, das nenn ich nen Nerd!

Über das eigentliche Konzert lässt sich nach all den vielen Auftritten eigentlich nicht allzu viel Neues sagen. Was aber in keime Fall negativ gemeint ist, für mich ist nicht von der Magie verloren gegangen, die ich vor 6 Jahren zum ersten Mal miterlebte. Helmut Imig dirigierte souverän und perfekt zum Film, das Orchester spielte wunderbar, und vom Chor hörte ich eigentlich nur mich und meinen Nachbarn, aber ich schätze mal, dass es gut gelaufen sein muss, der Applaus suggerierte das zumindest. Es ist von großem Vorteil, den Film und/oder die Musik gut zu kennen, wenn man musikalisch mitwirkt und ich bin sehr froh dass ich so eine gute Kenntnis des Materials mitbrachte. Derartige Konzerte sind EXTREM schwer. Der Komponist muss immer darauf achten dass alles zum Film passt, und da der nicht wie ein Musikvideo geschnitten ist, findet man in der Musik ständig Tempowechsel oder Taktwechsel zwischen 5/4, 7/8 oder 2/4 und oft alles davon auf einer Seite. Großen Respekt an Alle, die die Musik vorher nicht kannten, das muss grauenhaft zu lernen sein!

Aber schlussendlich sind es all die Mühen wert. Für mich zumindest. Das Gefühl, zumindest kurz ein Teil dessen zu sein, was einen selbst schon so lange begeistert ist unbeschreiblich. Und ich würde lügen, wenn ich behaupte mir würde nicht oft die Stimme stocken, weil ich Tränen in den Augen habe. Bei meinem ersten Herr der Ringe Konzert habe ich ehrlich während dem Abspann vor Glück geweint und es gibt nur wenige Erfahrungen die so etwas bisher bewerkstelligen konnten. Aber gerade aufgrund dieser Erfahrungen bin ich Musiker, und ich bete zum Himmel, dass der München-Chor in Zukunft noch weitere Film-Konzert-Angebote bekommt, ich wäre sofort dabei.

Drink up, me hearties, yoho!

Felix